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DFB-Pokal Finale 2024: VfB Stuttgart 1:2 Bayer Leverkusen

DFB-Pokal Finale 2024: VfB Stuttgart 1:2 Bayer Leverkusen

Das Berliner Olympiastadion erlebte am Samstagabend einen passenden Abschluss einer historischen Saison: Bayer 04 Leverkusen hat das DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 gewonnen und damit nach Bundesliga-Meisterschaft und Europa-League-Finale das zweite große Trophy-Spiel der Saison souverän in den eigenen Pokalschrank gestellt. Für Trainer Xabi Alonso ist es die nächste Bestätigung eines außergewöhnlichen Aufbaujahrs — für den VfB Stuttgart bleibt der bittere, aber respektable zweite Platz nach 90 mutigen Minuten.

Was im Finale entschied

Die Stuttgarter hatten den Mut zu spielen, das war von Anfang an erkennbar. Trainer Sebastian Hoeneß ließ seine Mannschaft hoch pressen, früh anlaufen und Leverkusen den gewohnten Spielaufbau über die linke Halbposition stören. Diese Strategie funktionierte tatsächlich knapp 35 Minuten — bis Granit Xhaka mit einem präzise getimten Diagonalpass die VfB-Pressinglinie überspielte und Florian Wirtz im Halbraum freigespielt fand.

Wirtz drosch den Ball aus zwölf Metern unhaltbar in den linken Winkel und brachte Leverkusen in der 38. Minute mit 1:0 in Führung. Die Antwort der Stuttgarter ließ nicht lange auf sich warten: Serhou Guirassy traf nach Vorarbeit von Chris Führich kurz vor der Pause zum 1:1 und sorgte damit für die Konstellation, mit der man in die zweite Halbzeit ging — alles offen, alles möglich.

Die zweite Halbzeit gehörte Leverkusen

Was dann folgte, war ein typisches Leverkusener Manöver dieser Saison: Bayer übernahm die Spielkontrolle ohne hektisch zu wirken, schob die VfB-Linien zurück und wartete auf den Moment, in dem Stuttgart in der Vorwärtsbewegung einen halben Schritt zu hoch stand. Dieser Moment kam in der 68. Minute — wieder über die linke Seite, wieder mit Alejandro Grimaldo als Auslöser. Grimaldos flacher Ball in den Strafraum fand Patrik Schick, der den Ball auf Höhe des Elfmeterpunkts zum 2:1 verwandelte.

Stuttgart warf in den letzten zwanzig Minuten alles nach vorn — eine zweite Spitze, später sogar einen dritten Angreifer — fand aber in der Leverkusener Defensive um Jonathan Tah und Edmond Tapsoba keine Lücke mehr. Lukáš Hrádecký im Tor parierte den letzten gefährlichen Stuttgarter Abschluss in der Nachspielzeit und versiegelte den Pokalsieg.

Was diese Saison für Leverkusen bedeutet

Mit dem Pokalsieg krönt Bayer 04 eine Saison, die ohne Übertreibung als die beste der Vereinsgeschichte gilt. Erster Bundesliga-Titel überhaupt, ein erreichtes Europa-League-Finale, und nun der DFB-Pokal. Xabi Alonso, der noch vor 18 Monaten als Cheftrainer-Risiko galt, hat in seiner ersten vollen Saison eine Mannschaft geformt, deren Spielweise unter Spielern und Trainerkollegen gleichermaßen Bewunderung weckt. Die Frage „bleibt er?" — die in den Wochen vor dem Finale alle europäischen Topklubs umgetrieben hat — beantwortete Alonso schon Mitte April mit einem klaren Bekenntnis zur Werkself.

Hintergrund: Mit dem Pokalsieg ist Leverkusen automatisch für die Champions League qualifiziert — was angesichts des Meistertitels ohnehin der Fall gewesen wäre. Spannender wird die Frage, ob der Klub im Sommer Verluste an Topvereinen ausgleichen kann. Im z3-forum.de wird bereits intensiv über mögliche Wechsel von Wirtz und Frimpong diskutiert.

VfB Stuttgart: ein Finale ohne Schande

Trotz Niederlage darf der VfB Stuttgart erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Die Schwaben haben in dieser Saison eine kollektive Leistung gezeigt, die noch vor einem Jahr undenkbar gewesen wäre — vom drohenden Abstieg im Mai 2023 zum Pokalfinale und Vize-Meister in der Liga. Sebastian Hoeneß ist als Trainer in 13 Monaten von der Bewährungsprobe zur kommenden Trainerhoffnung der Liga geworden. Der Verlust von Serhou Guirassy im Sommer ist allerdings ein offenes Problem — der Stürmer ist im Anschluss an die Saison frei verfügbar und wird in mehreren europäischen Topligen umworben.

Statistiken, die das Finale erklären

  • Ballbesitz: Leverkusen 56 %, Stuttgart 44 %
  • Torschüsse: Leverkusen 15, Stuttgart 11
  • Expected Goals (xG): Leverkusen 1.9, Stuttgart 1.4
  • Pass-Quote: Leverkusen 86 %, Stuttgart 78 %
  • Foul-Spiele: Leverkusen 9, Stuttgart 13

Die Zahlen erzählen, was die Augen schon sagten: Knapp, aber verdient. Leverkusen war effizienter im Strafraum, kontrollierte die zweite Halbzeit und ließ kaum echte Großchancen zu. Stuttgart kämpfte mutig, hatte aber im entscheidenden Drittel zwei Prozent weniger Präzision — und im Pokalfinale können zwei Prozent über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Ausblick

Für beide Klubs ist die Saison damit fast vorbei. Stuttgart kehrt in der Bundesliga 2024/25 zumindest wieder in die Champions League zurück — was wirtschaftlich ein Vermögen wert ist. Leverkusen geht mit Anlauf in eine Saison, in der man als Titelverteidiger Bundesliga und Pokal antreten wird. Das Berliner Finale 2024 wird in der Vereinsgeschichte für lange Zeit als Schlusspunkt einer historischen Saison gelten.

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