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WM 2026 Vorbereitung: Die DFB-Kader-Prognose im Detail

WM 2026 Vorbereitung: Die DFB-Kader-Prognose im Detail

Die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko rückt näher — und damit beginnt unweigerlich die Phase der Kader-Spekulation. Welche Spieler werden für Bundestrainer Julian Nagelsmann im Juni 2026 unverzichtbar sein? Welche Rollen sind noch offen? Und gibt es das, was vor zwei Jahren noch undenkbar schien — einen DFB-Kader mit klarer Identität, klarem Spielmodell und realer Titel-Hoffnung? Wir gehen die Positionen einzeln durch und zeichnen das Bild, wie das deutsche Aufgebot Stand Frühjahr 2026 aussehen könnte.

Im Tor: Stabilität trotz Wachablösung

Manuel Neuer hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft im Sommer 2024 erklärt, womit die Frage der Nummer eins seit knapp zwei Jahren offen verhandelt wird. Marc-André ter Stegen ist trotz wiederholter Verletzungspausen die erste Wahl — vorausgesetzt, er kommt gesund durch die Saison 2025/26. Hinter ihm hat sich Alexander Nübel bei Stuttgart einen festen Platz erspielt und gilt als Reserve mit echter Spielerfahrung. Als dritter Torhüter dürfte Oliver Baumann (1899 Hoffenheim) ins Aufgebot rücken — der erfahrene Routinier hat sich in der Vorrunde der EM 2024 als Notfall-Auswahl bewährt.

Defensiv: ein neues Gerüst

Antonio Rüdiger bleibt das defensive Rückgrat, das hat sich auch nach seinen 31. Geburtstag nicht geändert. An seiner Seite hat sich Nico Schlotterbeck zu einer absoluten Säule entwickelt — mutiger im Spielaufbau als Rüdiger, aber gleichzeitig deutlich physischer als das deutsche Innenverteidiger-Idealbild der späten 2010er-Jahre. Als dritter Innenverteidiger drängen sich Jonathan Tah und Waldemar Anton auf, ergänzt durch den jungen Maximilian Beier in einer hybriden Rolle.

Auf den Außenpositionen ist die rechte Verteidiger-Frage noch offen: Jamal Musialas Verletzungsanfälligkeit hat Nagelsmann dazu gezwungen, mit verschiedenen Hybridrollen zu experimentieren, was am rechten Außen wiederum zu einem leicht rotierenden Personalkarussell geführt hat. Joshua Kimmich bleibt unverzichtbar — entweder als Sechser oder, wenn nötig, als Notfall-Rechtsverteidiger. Auf links ist David Raum (RB Leipzig) gesetzt.

Im Mittelfeld: die spannende Frage

Ilkay Gündoğan hat nach der EM 2024 die Kapitänsbinde abgegeben — Joshua Kimmich trägt sie seitdem. Im zentralen Mittelfeld geht die Diskussion darum, wer neben Kimmich auf der Doppelsechs spielt. Robert Andrich ist die defensiv stärkere Variante, Aleksandar Pavlović vom FC Bayern die spielbildgewandtere. Nagelsmann hat in den jüngsten Länderspielen beide Varianten getestet; viel wird vom konkreten Gegner abhängen.

Vorne im Mittelfeld führt kein Weg an Florian Wirtz vorbei. Jamal Musiala kämpft sich nach Verletzungspause zurück und sollte rechtzeitig fit sein — aber die Erwartungshaltung gegenüber dem Bayern-Spielmacher hat sich verschoben. Wirtz, der seit dem Champions-League-Wechsel zu Bayern München in einer neuen Position spielt, ist plötzlich der erste Name, an den man bei der DFB-Offensive denkt.

Hintergrund: Die WM 2026 spielt erstmals mit 48 Mannschaften und drei Gastgebern. Deutschland wird in einer Vorrunden-Gruppe mit drei Gegnern starten und mit großer Wahrscheinlichkeit den Hauptteil der Vorrundenspiele in den USA absolvieren. Im befreundeten z3-forum.de wird derzeit besonders heiß diskutiert, ob das neue 48er-Format die kleineren Nationen wirklich aufwertet — die Mehrheit dort ist skeptisch.

Im Sturm: Mehr Optionen als befürchtet

Über Jahre wurde Deutschland nachgesagt, einen klassischen Stoßstürmer zu vermissen. Diese Diagnose ist 2026 nur noch halb richtig: Niclas Füllkrug ist nach wie vor da und in absoluter Topverfassung. Hinter ihm hat Maximilian Beier deutlich an Konstanz gewonnen, und Tim Kleindienst (Borussia Mönchengladbach) hat sich nach seinem überraschenden Vorrunden-Einsatz 2024 als Alternative etabliert. Selbst Kai Havertz, der formal Stürmer ist, taktisch aber häufig als hängende Spitze interpretiert wird, bleibt eine Option für Nagelsmann.

Die voraussichtliche Startelf

Wenn Sie den Bundestrainer Nagelsmann nach seinem aktuellen Stand-Lieblings-Aufstellungs-Modell fragen würden, käme ungefähr folgende 4-2-3-1-Variante heraus: ter Stegen — Kimmich, Rüdiger, Schlotterbeck, Raum — Andrich, Pavlović — Sané, Wirtz, Musiala — Füllkrug. Mit der Anmerkung, dass „Kimmich auf rechts" gegen physische Außenangreifer auf „Tah als Dritter-Innenverteidiger" wechseln kann.

Ein potentiell starker Block

Wenn die Verletzungssituation stabil bleibt, hat Deutschland 2026 erstmals seit Längerem wieder einen Kader, der auf dem Papier mit Spanien, Frankreich, England und Brasilien mithalten kann. Die taktische Reife unter Nagelsmann, die in der EM-Vorrunde 2024 noch fragil wirkte, hat sich in den darauffolgenden 18 Monaten deutlich gefestigt. Der Sprung von „solider Halbfinal-Mannschaft" zu „realer Titelkandidat" ist allerdings ein anderer — und der hängt nicht zuletzt davon ab, ob Wirtz und Musiala gleichzeitig fit sind.

Fazit

Die WM 2026 bietet dem DFB eine echte Chance. Der Kader ist tiefer als 2022, die taktische Identität klarer als 2024. Die kommenden Wochen — mit Länderspielen im März und Juni — werden Nagelsmann erlauben, das letzte Personalpuzzle zusammenzusetzen. Eines steht fest: Die Spekulation, wer am Ende den Pass an die Pforte tritt, wird in den Fanforen und am Stammtisch weitergehen, bis der finale Kader verkündet ist.

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